Diagnose:  Wertschätzung des Lebens

Matthias Schindler
Matthias Schindler
Matthias Schindler
Matthias Schindler

Schätzen wir einen anstrengenden, stressigen Dienstag genauso wie einen entspannten Sonntag? Vermutlich nicht. Matthias Schindler hat in den letzten Jahren gelernt, dass viele Dinge des Lebens, die wir für selbstverständlich erachten, dieses gar nicht sind und zu wenig wertgeschätzt werden. Sein Umdenken erfolgte aber erst, seitdem er in Folge einer Rückenmarksoperation inkomplett querschnittsgelähmt ist. Zufällig wurde in seinem Rückenmark ein Tumor entdeckt. Die meisten Rückenmarkstumore wachsen sehr langsam und sorgen oftmals lange Zeit für keine Beschwerden. Auch Matthias dachte, dass er völlig gesund sei. Zwar sind viele Rückenmarkstumore gutartig, dennoch können sie auf das Rückenmark drücken. Wenn sie zu groß werden, führen sie so zu Taubheitsgefühlen oder gar zu Lähmungserscheinungen. Dann werden die meisten Tumore operativ entfernt, was aufgrund der Nähe zum Rückenmark die Gefahr birgt, dieses zu verletzen. Bei Matthias passierte genau dies. Allerdings wurde das Rückenmark bei ihm nicht vollständig durchtrennt, sodass er seine Beine noch ansteuern kann, sie aber nicht mehr richtig wahrnimmt.

 

Heute lebt der Polizist ein erfüllteres Leben und schätzt dieses anders. Er entdeckte seine Leidenschaft für den Radsport und gewann gleich die Bronzemedaille bei seinen ersten Paralympics in Tokio 2021. Doch wie genau funktioniert das Zweiradfahren bei ihm? Und was hat sich durch seine Behinderung in seinem Leben noch verändert?

 

Hallo Matthias, vielen Dank, dass Du Zeit für ein Gespräch hast. Ich kenne Dich natürlich, aber wie stellst Du Dich jemandem vor, der Dich noch nicht kennt – was muss man über Dich wissen?

Matthias Schindler: Das ist gleich zu Beginn eine schwierige Frage, weil mich nichts von dem, weshalb man mich vielleicht kennen kann, definieren soll. Radsportler soll nicht meine Identität sein und von meiner Behinderung möchte ich mich auch nicht definieren lassen. Im Endeffekt definiere ich mich eher über die Menschen, die mich umgeben. Ich glaube, dass man über mich gar nichts wissen muss (lacht). Wenn man sich mit mir beschäftigt, weiß man, dass bei mir im Jahr 2011 ein Rückenmarkstumor entfernt werden sollte. Die Operation lief nicht so gut wie geplant, da der Tumor mit gesundem Gewebe verwachsen war. Seit dieser Operation habe ich eine schwere inkomplette Querschnittlähmung. In den letzten Jahren musste ich viel lernen und mich weiterentwickeln, sodass ich mittlerweile Profiradsportler bin und in Tokio Bronze gewann.

 

Bei Dir war der Rückenmarkstumor ein Zufallsbefund. Du bist also nicht aufgrund eines Unfalls querschnittsgelähmt. War für Dich der Querschnitt schwieriger zu akzeptieren, als wenn sich Dein Leben aufgrund eines Unfalls verändert hätte?

 

Matthias Schindler: Das fasst natürlich jede und jeder anders auf. Gefühlt war es für mich schwieriger. Ich bin ein Verstandsmensch. Bei einem Unfall hätte ich einen Fehler benennen und den Querschnitt als Folge dessen akzeptieren können. Nun war der Tumor aber ein Zufallsbefund: ich wollte Hubschrauberpilot bei der Polizei werden und wurde flugmedizinisch untersucht. Dabei wurde der Tumor gefunden. Es war nicht leicht damit umzugehen, da ich am Anfang in eine „Opferrolle“ fiel. Diese Rolle nahm ich auch an. Ich wusste nicht, ob ich die Diagnose nicht vielleicht sogar verdient habe. Ich verstand nicht, wie es zu diesem Tumor kommen konnte – ich hatte es nicht selbst in der Hand. Am Ende spielt es natürlich keine Rolle. Die Frage nach dem „Warum“ stellt sich heute nicht mehr, sondern es stellt sich nur die Frage, was ich daraus mache.

 

Hast Du Dir nach der Operation jemals die Frage gestellt, wer Schuld an Deinem inkompletten Querschnitt ist?

 

Matthias Schindler: Ich habe es akzeptiert. Ich habe auch nicht geklagt oder klagen wollen. Tatsächlich fragte ich meine Versicherung, ob sie klagen wollen – immerhin haben sie mittlerweile einen sechsstelligen Betrag für mich aufgebracht. Bei einer Operation unterschreibt man für sehr viele Risiken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich zu optimistisch aufgeklärt wurde. Natürlich wollte ich auch hören, dass der Arzt ein Spezialist ist und alles gut gehen wird. Wenn ich einen Vorwurf erheben würde, dann nur wegen des Aufklärungsgesprächs. Ich glaube nicht, dass in der Operation Fehler passiert sind. Das Team wird mit Sicherheit das beste gegeben haben. Wenn wir anfangen würden, bei jeder Operation, die anders als geplant verlaufen ist, zu klagen, würde doch niemand mehr eine solche Operation durchführen. Deswegen hadere ich nicht damit und es war meine Entscheidung, mich von ihm operieren zu lassen. Ich bin mit der Thematik durch.

 

Du hast selbst beschrieben, dass Du nach der Operation in ein Loch gefallen bist. Wie hast Du es geschafft aus der „Opferrolle“ wieder herauszukommen?

 

Matthias Schindler: Es ist der einfache Weg, diese Rolle anzunehmen. Manche Menschen lassen sich dadurch ihr ganzes Leben definieren. Ich merkte schließlich, dass mein Schicksalsschlag nicht nur mich, sondern mein gesamtes Umfeld betrifft: meine Frau stellte sich ihr Leben sicherlich anders vor; meine Eltern mussten zusehen, dass ihr Sohn auf einmal im Rollstuhl sitzt; meine Geschwister, meine Freunde waren alle betroffen. Ich war aber der Einzige, der die Situation aktiv verändern konnte, alle anderen konnten nur ohnmächtig dabei zusehen. Heute glaube ich, dass es richtig und wichtig war, dass ich zunächst in ein Loch fiel und mit der Situation haderte. Es war aber genauso wichtig, dass ich aus dem Loch wieder herauskletterte. Immer wieder passieren Dinge im Leben, die wir nicht beeinflussen können. Was wir beeinflussen können, ist, wie wir mit diesen Aspekten umgehen. Es liegt allein in unserer Hand. Ich versuche das Beste aus meinem Leben zu machen, denn ich habe nur dieses eine Leben auf diesem Planten. Mein Antrieb war mein soziales Umfeld – heute habe ich mit der Behinderung ein besseres Leben als vor meiner Behinderung. Auf eine gewisse Art und Weise ist das natürlich schön für mich, auf eine andere Art aber auch tragisch. Erst in den letzten Jahren lebe ich bewusster und nehme vieles nicht mehr für selbstverständlich hin.

Du sagst, dass Du heute mehr Lebensqualität hast als früher. Wie hat sich Dein Leben mit der Behinderung verändert?

 

Matthias Schindler: Es ist klar, dass ich schwerbehindert bin und das bin ich 24 Stunden am Tag. Ich merke schon, dass der Körper nicht mehr so funktioniert wie vor der Behinderung. Dennoch ist es für mich Alltag geworden und ich kann damit umgehen. Ehrlicherweise weiß ich gar nicht mehr, wie sich ein gesundes Bein anfühlt. Die Frage ist nur, ob ich die ganze Zeit darauf schaue, was ich nicht kann und welche Herausforderungen ich jeden Tag zu bewältigen habe oder ob ich darauf schaue, was positiv ist. Es spielt keine Rolle, ob ich einen inkompletten Querschnitt, einen Tinnitus oder einen Bandscheibenvorfall habe – alles nimmt Lebensqualität. Das kann uns definieren – muss es aber nicht. Natürlich habe ich Einschränkungen, die an guten Tagen für Außenstehende vielleicht noch nicht einmal offensichtlich sind. Ansonsten ist mein Leben heute aktiver als es früher war. Ich schätze Bewegung mehr, ich schätze Zeit viel mehr. In Deutschland wird man in ein Hamsterrad geboren:

Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Karriere, Geld verdienen. Ich sehe es heuteentschleunigter. Viele hangeln sich von Wochenende zu Wochenende, von Urlaub zu Urlaub und vergessen dabei völlig, dass ein Mittwoch die gleiche Qualität haben kann wie ein Samstag.

 

Wenn ich gehe und einen Fuß vor den anderen setze, brauche ich darüber nicht nachzudenken. Das ist bei Dir anders – was denkst Du, wenn Du gehst?

 

Matthias Schindler: Es ist schwierig zu erklären. Beim Querschnitt geht es um Millimeter, die darüber entscheiden, was Du kannst oder eben nicht. Bei mir ist es so, dass die Ansteuerung vom Kopf zur Muskulatur weitestgehend normal funktioniert. Es fehlt allerdings die gesamte Tiefensensibilität. Ich bekomme von der Muskulatur keine Rückmeldung und die Beine sind die ganze Zeit wie eingeschlafen. Im Endeffekt wird jeder Schritt einzeln bewusst von mir gesteuert.  Zu Beginn saß ich im Rollstuhl und die ÄrztInnen machten mir keine Hoffnungen, dass ich es aus dem Rollstuhl schaffen könnte. Ich trainierte aber viel und baute Muskulatur auf, vor allem in den Beinen, die ich ansteuern kann. Irgendwann konnte ich aus dem Rollstuhl aufstehen. Dabei merkte ich aber nicht, was unten passiert: ich musste immer nachsehen, wie die Füße stehen und mich festhalten. Danach probierte ich, den Fuß zu versetzen. Schließlich gelangen die ersten Schritte mit Krücken, aber ich musste dabei immer nach unten sehen. Zwar kann ich die Füße ansteuern, aber ich weiß nicht, wie weit ich den Fuß versetze oder wie er geradesteht, wenn ich nicht nachsehe.

 

Mittlerweile schaust Du aber nicht mehr bei jedem Schritt auf Deine Füße, oder?

 

Matthias Schindler: Über die Jahre entwickelte es sich so, dass ich meine Augen immer noch brauche, aber ich nicht mehr nach unten sehen muss; mir reicht es inzwischen, wenn ich weiß, wo ich mich im Raum befinde. Wenn ich die Augen schließe, würde ich umkippen. Mir würde zwar der Gleichgewichtssinn im Ohr zurückmelden, dass ich kippe, aber ich kann nicht sagen, woran es liegt. Daher brauche ich meine Augen sehr. Beim Laufen kann ich nicht in den blauen Himmel sehen, sondern brauche einen Fixpunkt. Mein Gehen und Laufen sieht aber auch anders aus als bei einem nicht-behinderten Menschen, weil ich den Bewegungsablauf neu erlernte und bewusst durchführe. Wenn du eine Treppe herunter gehst, visualisierst du nur die erste Stufe an und ab der zweiten kannst du SMS schreiben. Der Körper weiß automatisch, wie hoch und tief die Stufen sind. Für mich ist jede Stufe die erste Stufe. Ich muss mich immer wieder neu konzentrieren. Wenn es im Winter nass und rutschig wird, muss ich sehr aufpassen, weil ich mich nicht abfangen kann. 2019 riss ich mir bei einem Sturz auch das Syndesmoseband. Das passiert, aber für mich ist es noch in einem passendem Rahmen, sodass ich auf Hilfsmittel verzichten kann.

 

 

„Beispielsweise kann ich meine Behinderung akzeptieren ohne sie gut finden zu müssen.“

~ Matthias Schindler akzeptiert Umstände, die er nicht verändern kann und

findet so den Schlüssel zur Zufriedenheit

 

 

Kommen wir vom Gehen zum Radfahren: wie kam es zu dieser Leidenschaft und dann auch noch auf Leistungssportniveau?

 

Matthias Schindler: Mit Leistungssport hatte ich früher nichts zu tun. Fußball war für mich alles. Mittlerweile weiß ich, dass es viele tolle Sportarten gibt, die leider nicht die gleiche Plattform wie der Fußball haben. Am Anfang hatte ich ein Dreirad, weil ich mich ein bisschen bewegen wollte und ich noch nicht auf einem Zweirad fahren konnte. Die Füße musste ich mit Klickpedalen fixieren, um nicht abzurutschen. Zeitgleich dazu kam ich bei der Polizei zurück in den Innendienst. Glücklicherweise bin ich Lebenszeitbeamter. Dabei hat alles zwei Seiten: ich bin sehr glücklich darüber aufgefangen worden zu sein und andererseits stand ich eigentlich vor einer Beförderung. Der Polizeiarzt attestierte mir zurecht aber, dass ich nur noch „eingeschränkt verwendungsfähig“ sei und daher nicht in den gehobenen Dienst aufsteigen kann. Meine Karriere bei der Polizei war damit beendet. Viele OlympionikInnen sind bei der Polizei oder Bundeswehr angestellt. Passierend darauf entstand die Idee, es auch als Sportler zu versuchen. Irgendwann konnte ich auch wieder Zweirad fahren. Anhalten und Losfahren ist schwierig, aber wenn das Fahrrad rollt, ist es für mich die pure Freiheit. Wenn es rollt, rollt es und ich muss mich nicht darauf konzentrieren, ob ich falle oder nicht. Die erste Lizenz erhielt ich 2012 und es dauerte noch einige Jahre, bis dass ich die erste Freistellung bekam und vom Bundestrainer zu einer Weltmeisterschaft mitgenommen wurde. Ich nahm mir einen privaten Trainer und steigerte mich. Vom Hobby wurde es zur Arbeit – mit allen Höhen und Tiefen, aber über die Tiefen wird dann eher nicht berichtet. Der Radsport ist jetzt ein Vollzeitjob für mich, da ich zu 70 Prozent freigestellt bin. Dass es am Ende für Tokio und eine Medaille gereicht hat, hätte ich mir vor zehn Jahren nicht erträumt, aber es war auch kein geschenkter Weg.

 

In Tokio gewannst Du die Bronzemedaille im Einzelzeitfahren. Konntest Du mittlerweile den Medaillengewinn schon realisieren?

Matthias Schindler: Ich war der letzte Starter beim Einzelzeitfahren, sodass mit meiner Zieleinfahrt klar war, welchen Platz ich erreiche. Die Zieleinfahrt war brutal und einer der emotionalsten Momente meines Lebens. In diesem Moment gingen mir die letzten zehn Jahre durch den Kopf: was ich geleistet und gelitten habe. Der Moment war unfassbar emotional, da dieser Weg belohnt wurde. Auf Platz vier hatte ich 2.9 Sekunden Vorsprung – bei 48 Minuten Fahrtzeit ist das sehr knapp. Ich glaube aber, dass es noch dauert, bis dass ich alle Erlebnisse verarbeitet habe. Ich habe es schon sehr genossen, aber abgeschlossen ist die Realisierung noch nicht.

 

Beim Einzelzeitfahren warst Du mit einem ganz besonderen Rennanzug unterwegs, der entscheidende Sekunden einbringen sollte. Warum hast Du im Sommer 2021 diesen Anzug ausgewählt?

 

Matthias Schindler: In den letzten Jahren investierte ich sehr viel ins Training. Es ging darum, wo noch Zeit herauszuholen ist. Zu Beginn des Jahres 2021 fand die Weltmeisterschaft statt, bei der ich auf der anderen Seite stand: mir fehlten 1.5 Sekunden auf den Titel. Wir überlegten, was noch machbar ist: mehr Training ging nicht mehr. Also wurde das Material überprüft. Es kam ein Angebot eines Herstellers für maßgeschneiderte Anzüge, der versprach, pro Kilometer eine Sekunde herauszuholen. Mit einem Sponsor entschloss ich mich dazu, diesen Anzug anfertigen zu lassen. Der Anzug ist so geschnitten, dass er perfekt anliegt, wenn ich nach vorne gebeugt auf dem Rad sitze. Kurz vor dem Start wird er mit dem Reißverschluss geschlossen und ich gehe gebückt auf das Rad. Das erste, was ich im Ziel machte, war den Anzug zu öffnen (lacht).

In Tokio durftest Du Deine ersten paralympischen Spiele erleben. So oder so waren es zu Pandemiezeiten besondere Spiele ohne Zuschauer und unter besonderen Hygnieauflagen. Was ist Dein Fazit zu den Spielen und hast Du schon die nächsten Spiele in Paris 2024 im Blick?

 

Matthias Schindler: Ich bin ein großer Freund davon, Dinge nicht zu vergleichen und kann vieles akzeptieren. Beispielsweise kann ich meine Behinderung akzeptieren ohne sie gut finden zu müssen. Nur dadurch kann ich glücklich sein und hadere nicht. Insofern kam ich auch gut mit den Spielen zurecht. Es waren meine ersten Spiele und es waren die geilsten Spiele, die ich je hatte. Ich genoss die Zeit in Tokio und finde, dass die Spiele sehr gut organisiert waren. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt und es war eine Ehre für Deutschland an den Start gehen zu dürfen. Ich hadere nicht damit, dass ich mich gerade in dem Jahr qualifiziert habe, in dem keine Zuschauer zugelassen waren. Paris wäre natürlich ein Traum. Ich bin jetzt 39 Jahre alt, ein gutes Alter für Ausdauersport. Einen Sprint werde ich gegen die jungen nicht mehr gewinnen (lacht). Im Zeitfahren kann aber noch etwas möglich sein, die Frage ist eher, ob die Leistungen noch stimmen. 2022 werde ich zum ersten Mal in meinem Leben Vater. In den letzten Jahren habe ich auch gelernt, Prioritäten zu setzen und freue mich auf meine Vaterrolle. Ich werde weiter Radfahren und wenn ich in Paris dabei sein sollte, wird es sicherlich ein tolles Erlebnis.

Dich durfte ich zum ersten Mal bei einem medizinischen Online-Kongress als Redner hören und kennenlernen. Was ist Deine Motivation, als Redner unterwegs zu sein?

 

Matthias Schindler: Ich versuche nichts zu verkaufen, sondern meine Sichtweisen weiterzugeben und Leben zu teilen. Bei vielen Aspekten im Leben gibt es kein richtig oder falsch, sondern nur unterschiedliche Sichtweisen, daher teile ich ganz gerne meine Sichtweisen. Bei Firmenkunden ist es für mich auch eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Aber ich besuche auch Kindervereine, bei denen der Vortrag natürlich kostenfrei ist – genauso auch bei diesem Kongress. Ich wusste auch nicht, was auf mich zukommt. So kann ich mich auch ausprobieren (lacht).

 

Stellen Kinder denn die besseren Fragen im Vergleich zu Erwachsenen?

Matthias Schindler: Kinder sind sehr ehrlich und interessiert. Sie fragen, was mit meinen Beinen los ist und wie alles funktioniert. Meistens habe ich mein Fahrrad dabei und sie stellen Fragen zum Rad. Dann hören sie, dass ich Polizist bin und ab da ist die Polizei viel spannender als alles andere (lacht). Es ist eher so, dass ich mich in Gesprächen mit Erwachsenen frage, ob sich mein Gegenüber Gedanken über das Gespräch gemacht hat (lacht). Ich wurde auch schon zu Gesprächen eingeladen und wir unterhielten uns dreißig Minuten über Kohlenhydrate – ich absolvierte ein Ernährungsberaterstudium. Aber vielleicht habe ich auch noch mehr zu erzählen… Kinder sind diesbezüglich angenehmer.

 

In unserem Gespräch kam zwar keine Ernährungsfrage vor, aber ich empfand es dennoch als sehr gelungen. Vielen Dank für Deine ausführlichen Berichte!

 

Das Interview führte Katharina Tscheu.